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Öffentliches Bankwesen


Eine in öffentlichem Besitz befindliche, demokratisch verfasste Weltbank sollte das öffentliche Eigentum und die öffentlichen Einnahmen verwalten. Sie sollte auch die für eine geordnete Wirtschaft und die öffentliche Infrastruktur notwendigen Finanzmittel bereitstellen.


Jeder Mensch, jedes Unternehmen und jede Gemeinschaft hätte ein Konto bei einer der Weltbank zugehörigen Nationalbank. Die Tätigkeiten der Nationalbanken müssten sich vorrangig an den regionalen Strukturen orientieren. In jeder Region muss es selbständige, örtliche Niederlassungen geben. Die Weltbank hätte als öffentliche Bank das Monopol bei der Verwaltung öffentlicher Finanzen und der Steuerung des Geldkreislaufes. Sie würde auch den Finanzverkehr der privaten Banken steuern.


Neue, in Entwicklung befindliche, kontaktlose Geldkarten können Schritt für Schritt das Bargeld ersetzen. Kunden müssen ihre Karten beim Bezahlen dabei nur kurz an ein Lesegerät halten und einen Freigabecode eingeben. Außerdem wird das Bezahlen über das Smartphone flächendeckend möglich sein. Apple plant offenbar ein eigenes Bezahlsystem. Künftig sollen Nutzer des iPhones per Fingerabdruck bezahlen können.


Zukünftige Geldschöpfung

Unser derzeitiges Geldsystem beruht global in keiner Weise auf echten Werten, die auch tatsächlich erwirtschaftet wurden, sondern nur auf Vertrauen in den Staat. Die heute weit verbreitete Vorstellung, wonach Bankkredite durch Kundeneinlagen gedeckt seien, trifft nicht zu. So kann eine Bank ein Vielfaches davon als Giralgeld per Bankkredit schöpfen. Es wird nur eine relativ geringe Basis an Bargeld und Zentralbankreserven benötigt (Mindestreserve).


Das Problem ist die nicht vorhandene Deckung. Diesem zusätzlichen Geld stehen noch keinerlei zusätzliche reale Ersparnisse oder Substanzwerte gegenüber, sondern nur von der Bank aktivierte Kreditforderungen. Diese können von der Bank verbrieft und als Wertpapiere veräußert werden. Damit wird das Risiko weitergereicht. Schuldner und ursprünglicher Gläubiger haben oft keine direkte Beziehung mehr zueinander.


Die Zentralbanken haben das Geldmonopol inne. Sie schaffen zusammen mit den Geschäftsbanken neues Geld. Es entsteht, indem eine Bank einen Kredit vergibt. Die Ausgabe von ungedecktem Papier- oder Giralgeld über Kredite manövriert die Volkswirtschaften zwangsläufig in eine latente Überschuldung. Nicht nur Griechenland, sondern eine Vielzahl von Staaten der Welt haben bereits heute ein existenzielles Schuldenproblem.


Sparer und Investoren beginnen zunehmend an der Bonität von Banken und Staaten zu zweifeln. Spekulanten ersinnen immer komplexere Schuldbriefe, mit denen auch über abenteuerliche Konstruktionen Kredite ermöglicht werden. In der Folge sind die Anleger nicht mehr bereit, Geld zu verleihen. Im schlimmsten Fall sind die Staaten und Banken dann nicht mehr in der Lage, ihre Verbindlichkeiten zurückzuzahlen. Der Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 zeigte wie weit das führen kann.


Selbst Eigenkapital kann aus dem Nichts geschaffen werden. Dies funktioniert so: Die Privatbank vergibt einen Kredit an Investoren von beispielsweise 10 Milliarden Euro. Dafür muss sie nur zwei Buchungen in ihrer Bilanz vornehmen: Den Betrag als “Forderung” auf der Aktivseite einstellen und eine gleich hohe “Kundeneinlage” auf der Passivseite schaffen. Fertig. Dann Wird die Kundeneinlage als ''Passivtausch'' in die Position ''Eigenkapital'' umgebucht. Der Investor erhält ohne konkrete Einzahlung neue Vorzugsaktien.


Die besonders lockere Geldpolitik infolge der Krise nach der Lehman-Pleite hat den weltweiten Schuldenmarkt anschwellen lassen. Die niedrigen Zinsen führten dazu, dass Investoren vor allem schlechten Schuldnern weiterhin Geld liehen. Auch der Weg zurück birgt nicht nur für die Notenbanken erhebliche Risiken.


Die Geldschöpfung der Banken ist völlig außer Kontrolle geraten. Überschüssiges Geld fließt heute vor allem an die Finanzmärkte und erzeugt dort Spekulationsblasen samt den nachfolgenden Zusammenbrüchen. Eine solche Form der Geldschöpfung dient nicht dem Gemeinwohl, sondern den Einzelinteressen von Finanzmarktakteuren. Dies führt außerdem zu einer Verschärfung der ungleichen Einkommens- und Vermögensentwicklung.


Die derzeitige Staatsfinanzierung hat als großes Problem die ständig steigende Zinsbelastung. Der Abbau der Zinsen durch die Zentralbanken hilft den Staaten insoweit den Schuldendienst zu leisten, gefährdet aber die private Altersvorsorge. In einem zinslosen System wäre die Finanzierung des Staates durch Geldschöpfung haushaltstechnisch unproblematisch. Lediglich der Anstieg der Geldmenge und die Inflation müsste neben der planmäßigen Tilgung der Kredite kontrolliert werden.


Das notwendige Geld für den Finanzkreislauf kann zukünftig von der neuen, demokratisch verfassten, öffentlichen Weltbank in Abhängigkeit der real vorhandenen Werte und der Wirtschaftsleistung geschöpft und in Umlauf gebracht werden. Dies sollte vorzugsweise durch die sogenannte Schöpfung von ''Vollgeld'' geschehen. Diese Form der Geldschöpfung ist auch für den Internationalen Währungsfonds (IWF) durchaus eine vorstellbare Alternative. Giralgeld wäre dadurch in die kontrollierte Geldschöpfung einbezogen und als gesetzliches Zahlungsmittel auch ohne Staatsgarantie sicher wie Bargeld. Private Geschäftsbanken müssten dann ihre Kredite in vollem Umfang mit Nationalbankgeld hinterlegen.


Die demokratisch kontrollierte Weltbank wäre zusammen mit ihren Untergliederungen, den jeweiligen Nationalbanken, neben Legislative, Exekutive und Judikative quasi als ''Monetative'' wie eine vierte Gewalt im Staat. Sie müsste das Gleichgewicht zwischen Geld- und Gütermenge sicherstellen. Der Güterbegriff müsste hierbei alles umfassen, was in Geld bemessen werden kann, also auch Leistungen und Gemeingüter, aber keine von realen Werten abgeleitete Derivate.


Wenn bei öffentlichen Investitionen ein dringendes Gemeinwohlbedürfnis festgestellt wird, kann ein Kredit der Nationalbank beantragt werden. Diese Kredite werden regelmäßig bewilligt, wenn ein freies Budget zur Verfügung steht. Das freie Budget ergibt sich aus dem Wert der Waren und Leistungen in der jeweiligen Gemeinschaft. Noch offene Kreditverpflichtungen mindern das Budget. Die Finanzierung notwendiger öffentlicher Infrastrukturmaßnahmen und sonstiger Investitionen durch Geldschöpfung wäre also grundsätzlich möglich. Dann hätten die im Zuge von Finanzkrisen zu beobachtenden Geldschwemmen ein Ende bzw. endlich einen dem Gemeinwohl dienenden Sinn.


Konsumtive Ausgaben der öffentlichen Verwaltung sollten hingegen durch eigene Einnahmen der Gemeinschaft finanziert werden, weil den Ausgaben keine bleibenden Werte gegenüberstehen. Die eigenen wirtschaftlichen Aktivitäten der Gemeinschaft bieten hierfür die Basis.


Währungsreform


Die Umrechnung der nationalen Währung in Anlehnung an den durchschnittlichen Stundenlohn führt bei Einführung einer internationalen Währung in der Weltgemeinschaft zu einer tendenziellen Angleichung der Löhne und damit der Preise und des Lebensstandards. Problematisch sind die zum Teil erheblichen Produktivitätsunterschiede, die bisher tendenziell, aber nur unzulänglich, über die Währungsparitäten ausgeglichen wurden. Hier sollen sich zukünftig die Unterschiede nicht in den Löhnen, sondern in den nationalen Preisen spiegeln, indem zunächst eine Kompensation durch eine Importabgabe erfolgt.


Hochproduktive Volkswirtschaften würden sonst die ganze Welt versorgen, weil die nationale Produktion von unproduktiven Ländern nicht wettbewerbsfähig wäre. Verwerfungen im kleinen Grenzverkehr zwischen benachbarten Nationen sind nicht zu erwarten, da hier die Produktivitätsunterschiede in der Regel gering sind. Die Höhe der Importabgaben richtet sich nach der Höhe des Produktivitäts- und Exportdefizits in der importierenden nationalen Gemeinschaft. Sie dürfen allerdings nicht die Grundversorgung gefährden.


Diese Abgaben können zur zweckgebundenen Finanzierung eines Strukturausgleichsprogramms von der Weltbank erhoben werden und würden als Aufbauprogramm an die benachteiligte Gemeinschaft zurück fließen. Mit der Abnahme des Exportdefizits sinkt die Importabgabe durch die gestiegene Produktivität im Inland und entfällt schließlich. Ziel ist die weltweite, allmähliche Angleichung der Produktivität. Bis dahin würde sich eine geringe Produktivität im nationalen Umfeld durch höhere Preise und damit einen geringeren Lebensstandard auswirken. Die Perspektive wäre aber eine weitere, allmähliche Annäherung.


Die Importabgaben würden auch zu hohe Handelsbilanzüberschüsse im Warenaustausch zwischen den nationalen Gemeinschaften verhindern. Hochproduktive Gemeinschaften könnten sonst ihre Waren auf dem Weltmarkt konkurrenzlos günstig anbieten. Unproduktive Gemeinschaften würden keine eigenen Anstrengungen zur Produktion unternehmen, weil sie die Waren aus dem Ausland billiger importieren könnten. Sie würden letztlich zulasten der produktiven Gemeinschaften konsumieren, welches nicht als gerecht angesehen würde. In exportierenden Gemeinschaften könnte stattdessen die Produktion und damit die Arbeitsbelastung reduziert werden. Ziel der Exporte ist die Ausnutzung produktiver Vorteile wie beispielsweise Klima oder technischer Fortschritt ohne Ausbeutung durch Lohndumping.


Ungleichgewichte in der Handelsbilanz der Gemeinschaften müssen soweit wie möglich vermieden werden. Jede Gemeinschaft entscheidet selbst, wie sie dieses Ziel erreichen will. Durch die Einnahmen aus der Importabgabe wird die bisherige Entwicklungshilfe ersetzt. Sie stellt eine Hilfe zur Selbsthilfe dar und kann nur dort verwendet werden, wo sie erhoben wurde. Auch Patente sollten den technischen Fortschritt nicht behindern, sondern durch allgemeine Verfügbarkeit fördern. Das Ergebnis wäre die Vision einer weltweiten, von allen Menschen geschaffenen und mitbestimmten Kooperation. Wir würden endlich alle frei leben können. Die garantierte Grundversorgung der Menschen innerhalb der Weltgemeinschaft wäre eine kaum zu unterdrückende Verlockung für alle noch außen stehenden Völker.


GESAMTKONZEPT ZUR GLOBALEN NEUORIENTIERUNG ZUM KOSTENLOSEN HERUNTERLADEN. Ein praktikabler Weg aus der Misere. Die Frage ist, ob die Menschen diesen Weg gehen wollen. Ich glaube, dass die Vernunft der Menschen dies eines Tages schafft. Weltgemeinschaft.net